“Das weisse Buch” von Rafael Horzon

“Das weisse Buch” macht seinem Titel alle Ehre: Der Einband ist blütenrein und der Titel ist in ausgestanzter Lochschrift zu lesen. Der Autor Rafael Horzon widmet sich in seinem Werk der “Ästhetisierung der Welt” die allen seinen “Projekten” innewohnt.
Mit gezielter Münchhausenscher Übertreibung in hochstaplerischen fiktionalen Passagen hat er einen Entwicklungsroman der etwas anderen Art geschrieben, in denen wunderbar lächerliche “Geschäftideen” ebenso fabelhaft scheitern; Berlin Mitte bleibt weiter ohne Apfelkuchenbäckerei, seine RedesignDeutschland-Gruppe schafft es nicht die deutsche Sprache zu revolutionieren und seine Modelinie “Gelee Royal” floppt auch. Horzon dokumentiert seinen erbitterten Kampf um die “neue Wirklichkeit”, wie er Kunst nennt, und nimmt sich dabei selbst herrlicher Weise nicht ernst. Trockene Passagen über die Berliner Kunstszene seit der Wende macht er mit Geschichten wieder wett, die einen zum Lachen bringen. Dieses facettenreiche Buch, das auch keine Genrebezeichnung trägt und dessen Autor, der sich nicht mit einer sondern gleich mit zwei Zigaretten in der Hand abbilden lässt, lohnt sich auf jeden Fall. Probelesen hier, entdecken, auf frents.com!


Leave a Reply