On Street, wunderschöne Realitäten in schwarzweiß.
Die Peter Lindbergh Ausstellung On Street in C/O Berlin läuft schon seit dem 25. September, aber erst letztes Wochenende habe ich es geschafft sie mir anzuschauen. Und was es zu sehen gab! Das alte Postfuhramt, das die Galerie beherbergt ist der perfekte Ausstellungsraum für die gleichzeitig kraftvollen und fragilen, gradlinigen und verspielten, emanzipierten und sinnlichen Fotografien. Peter Lindbergh (geb. 1944) gilt heute unbestritten als einer der großen lebenden Mode- und Portraitfotografen unserer Zeit. „What’s so striking about black and white photography is how it really helps a sense of reality to come through,“ sagte er einmal über Schwarweiß-Fotografie und genau den Eindruck transportiert auch jedes seiner Bilder. Dadurch werden sie weit mehr als künstliche, unterkühlte Modeaufnahmen, denn hinter artifziellem Styling und Make-up wird in seinen melancholischen, ungeschönten Bildern die Intimität und das Wesen der meist weiblichen Models sichtbar. Ob Madonna, Penélope Cruz, Milla Jovovich, Kate Moss, Helena Christensen, Jeanne Moreau, Catherine Deneuve oder Sharon Stone – einfühlsam und reduziert spürt Peter Lindbergh das Individuum hinter dem Starkult in all seiner Stärke und zugleich Zerbrechlichkeit auf. Mehr als 200
Bilder und Filme gibt es zu bestaunen – von Lindberghs Klassikern und Ikonen der Modefotografie bis hin zu den Invasion-Bildern und der Berlin- Serie aus der Vogue von 2009. Außerdem gibt es bislang nie veröffentlichte Archiv-Polaroids sowie Filmdokumentationen, die Einblicke in die Arbeitsweise des Starfotografen gewähren. Den Katalog zu Ausstellung gibt es bei frents, in dem es schon einige beeindruckende “Bildrealitäten” zu entdecken gibt!