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Das Neue der Guillemots: Nicht wie erwartet

Die britische Band Guillemots eröffnet ihr neues Album Walk The River mit dem gleichnamigen Lied, einem Track der mehr und mehr wird, mit einsamen Drumbeat beginnt, um bald gefolgt von Fyfe Dangerfields weicher Stimme zu einer dichten melancholischen Melodie zu werden. Der Text “Walk the river like a hunted animal” ist überwältigend und mit solch gestochen scharfer Emotion abgeliefert, dass er Hörer dazu einlädt, innezuhalten und die Nachricht des Liedes aufzunehmen. Jedes folgende Lied auf Walk The River trägt etwas sentimentales in sich. Der Text ist gezeichnet von Nostalgie, die Kompositionen fühlen sich sehr persönlich an und ein Gefühl von Verlust zieht sich durch das komplette Album. Musikalisch ist dieses Album beachtlich. Es ist atmosphärisch, voll von mystischem Hall und klingenden Tönen. Das Album macht generell einen kalkulierteren Eindruck als vorangegangene Releases. Keine Spur von dem wilden Gesang wie auf Kriss Kross oder von der euphorischen Romantik auf Made Up Love Songs #43, es ist sehr viel langsamer und trauriger. Walk The River ist bisher die erwachsenste Platte der Guillemots, angefüllt mit empfindlichem Songwriting und schmerzhaft genauen Lyrics. Es ist nicht was man erwartet und doch oder gerade deshalb wunderschön. Jetzt bei frents entdecken und eintauchen in die Melancholie am Fluss!

Das Neue von Cornershop

Cornershop & The Double ‘O’ Groove Of ist nicht nur gute Musik; es vereint ver- schiedene Kulturen mit solch fröhlicher Respektlosigkeit, dass es einen für 40 Minuten alle Gedanken an Grenzen und Rassenunterschiede vergessen lässt. Die Musik ist keine Mixtur aus alter und neuer Welt, sondern vielmehr ein Hybrid aus Brit- und Indien- Pop. Nach dem großen Hit Brimful Of Asha folgte das Album Lessons Learned From Rocky I To Rocky III, danach vermutete zuletzt kaum noch jemand Cornershop unter den aktiven Bands. Irrtum. Mit dem Albumtitel Cornershop & The Double O Groove Of erreichen sie ein neues Hoch in puncto kauzige Sperrigkeit. Mit Bubbley Kaur haben die Herren sich mit einer bisher völlig Unbekannten im Musikgeschäft verstärkt, und das ist nicht alles: Album- und Songtitel sind die einzigen Anhaltspunkte in englischer Sprache – die Texte sind ausnahmslos in Punjabi. Nun kann man zu fremdsprachiger Musik stehen, wie man will – das kann einem zu fremd, zu gewollt, zu alternativ oder zu sehr nach Weltmusik- schublade klingen. Oder, wie im Falle von Cornershop beweisen, dass mangelndes Textverständnis guter Musik nicht im Wege steht. Bubbley Kaurs Stimme, Modulation und emotionale Intonation reichen völlig aus, mehr auszudrücken, als es so mancher englischsprachige Titel kann. Topknot, die Single, die Cornershop schon im Jahre 2004 dem Album vorgeschossen haben, ist ein gutes Beispiel. Kaur hat eine atemberaubende Stimme, die auch durch den repetetiven Charakter des Songs nichts an Einfluss verliert. Sie trägt den Song mit einer solchen Leichtigkeit, dass es scheint, als sänge die junge Frau nur nebenbei und beinahe unbewusst. Wenn träumerisch und zuckersüß nicht solch alberne Adjektive wären – sie würden Bubbley Kaurs Stimme perfekt beschreiben. Das Album ist mehr als indische Partymusik. The 911 Curry und The Biro Pen spielen mit elektronischen Klängen und imposanten instrumentalen Untermalungen, und Supercomputed treibt das Ganze auf die Spitze. Man kann es als Tanzmusik bezeichnen, oder, wie Cornershop-Frontmann Tjinder Singh, als umfassende Studie zur Punjabi Folk Music. Was immer es ist, die meiste Zeit macht das Gescheppere großen Spaß. Das neue Album entdecken bei frents!

Frisch aus Montreal importiert

Nach den letzten drei Alben von The Dears (No Cities Left 2003, Gang Of Losers 2006 und Missiles 2008) kommt nun mit Degeneration Street das insgesamt fünfte Album der kanadischen Band. Murray Lightburn tauscht die Besetzung regelmäßig aus – einzige Ausnahme ist Keyboarderin/Sängerin Natalia Yanchak, denn wer schmeißt schon seine Frau aus der Band? Bei der Entstehung von dem neuen Album ging die Band ungewohnte Wege: zunächst schickten sie sich gegenseitig Songs und Ideen per Email, um an diesen zu arbeiten, bevor sie innerhalb weniger Studiotage mit Tony Hoffer (Beck, Belle & Sebastian, Phoenix) aufgenommen wurden. Lightburn scheint die Vergleiche mit Morrissey oder Damon Albarn reichlich satt zu haben und in der Zeit der Entstehung viel David Bowie gehört zu haben. Denn die Songs Thrones und Yesteryear befinden sich in unmittelbarer stimmlicher und musikalischer Nähe zum Thin White Duke. Den Opener Omega Dog bestreitet Lightburn hingegen im Falsett-Gesang, so dass man meint, Prince hätte einen großartigen, leicht souligen Indiepop-Song geschrieben. Ein weiteres Highlight ist Blood mit seinen kreischenden Gitarren, die auf Spinett-artige Sounds prallen. The Dears machen auf Degeneration Street fast alles richtig und viel mehr als auf den beiden Platten zuvor.
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frents Montagsmusik: Computers and Blues

Schon wieder Musik: Heute das neue The Streets Album Computers and Blues. Glaubt man dem Briten Mike Skinner,dann ist dieses am 18. Februar erscheinende Album, das letzte unter dem Alias The Streets. 14 Songs, die sich zu den frühen Werken von Skinner und deren stilgebende Richtung für den britischen New-Age-HipHop bekennen, aber auch die vergangen Jahre seiner Karriere zusammenfassen. Der Musiker schließt das Kapitel The Streets laut eigenen Aussagen mit einer Platte, die “nichts Neues bietet, aber die Stärken der Band bündelt” ab. Denn nach der geplanten Tour ist Schluss. Skinner hat alles gesagt, was er sagen wollte und sein experimentelles Potenzial ausgeschöpft. Was nach dieser Ära folgen soll und ob der Brite in andere musikalische Projekte involviert sein wird, bleibt abzuwarten. Zunächst liegt der Fokus auf Computers And Blues, das online ab sofort zur Verfügung steht. Seit der Veröffentlichung des großartigen Everything Is Borrowed hat Skinner über das Internet konstant neue Tracks veröffentlicht. Zwischendurch kursierte sogar eine inoffizielle EP dieser schnell produzierten Songs, in denen Skinner unter anderem der Schweinegrippe ein musikalisches Denkmal setzte. Seitdem der Titel seines neuen Albums feststeht, sind wieder einige neue Songs von Skinner aufgetaucht, die auf Computers and Blues auftauchen. Geboren wurde Skinner am 27. November 1978 in London. Unter dem Namen The Streets fing er an Musik zu machen, die vor allem die Alltäglichkeit reflektieren soll. Abgeleitet ist The Streets von Music from the Streets. Has It Come To This bedeutete seinen Durchbruch mit The Streets, als er 2001 in die Top 20 der Charts einstieg. Im Jahr darauf erschien auch Original Pirate Material, welches ebenfalls hoch gelobt und gut verkauft wurde.  A Grand Don’t Come For Free erschien 2004 und war ein Konzeptalbum zum Thema 1.000 Pfund Sterling zu verlieren und diese wieder zufinden. Nebenbei handelte es auch von Beziehungs-Achterbahnfahrten. Zwei Jahre später legte er The Hardest Way To Make Easy Living nach. Zu hoffen bleibt, dass Skinner sich es doch noch anders überlegt mit dem Ende der Streets, denn auch der Stream des neusten Werks begeistert. Die physische Version von Computers and Blues ist am 18. zu haben, dann findet ihr sie natürlich hier bei frents!

The Black Keys’ Brothers, Musik wie früher

Es gibt kein schlechtes Lied auf Brothers. Dan Auerbach und der herrlich unaufgeregt trommelde Patrick Carney von The Black Keys transportieren selbst Lieder wie den Euro-Disco-Alptraum Never Gonna Give You Up in ehrbare Gefilde. Aber keiner der Songs ist ein Experiment, die sind organisch gewachsen und das beschert den Black Keys beste Bewertungen. Mit seinen 31 Jahren stapft Auerbach dermaßen souverän durch Rock, Soul und Blues, als würde er seit 100 Jahren die Luft der amerikanischen Musikgeschichte inhalieren. „Wir waren bisher einfach noch nicht reif genug, um zu wissen, wie man ein richtiges Rock’n’Roll-Album aufnimmt. Jetzt war es so weit“, sagt Carney zu ihrem sechsten Album. Simplizität ist ihr Steckenpferd, größtmögliche Transparenz ihr Ideal. Im Laufe von gut acht Jahren, war Minimalismus stets Methode, nicht das Ziel.Was man nicht konnte, wurde weggelassen. Das sieht man schon am Artwork, wo das, was einem jedes Cover irgendwie pompös gestaltet beibringen will, einfach in großen Lettern prangt. Gab es vorher nur Spuren von Junior Kimbrough oder R.L. Burnside, sind auf Brothers eindeutige Hinweise zu so unterschiedlichen Sachen wie T.Rex über The Meters bis hin zu dem Wu-Tang Clan (man höre Too Afraid To Love) kaum zu überhören. Es klingt verdammt nach früher. Und großartig. Entdecken bei frents!

Kiss Each Other Clean, Iron & Wine Meisterwerk bei frents entdecken

Vier Jahre nach dem in vielen Bestenlisten geführten The Sheperd’s Dog legt Sam Beam, der Kopf des Indie-Projekts Iron & Wine seine Schüchternheit, seinen federleichten Flüstergesang und das stille Nischendasein ab. Sein fabelhaftes neues Album Kiss Each Other Clean schafft den Sprung zur festen Instanz in der US-Folkrockszene. Darauf ist die noch grenzenloser gewordene Experimentier- und Spielfreude, die melodische Brillanz der Songs und die runde Produktion von Brian Deck zu entdecken. Vielleicht schönstes Beispiel ist die Ballade Godless Brother In Love, in der Beams Stimme, Harfe und Piano eine atemberaubende Verbindung eingehen. Wer hier nicht gegen einen Kloß im Hals oder zumindest Freudentränen ankämpfen muss, sollte sich dringend Gedanken über sein Gefühlsleben machen. Die weiteren Songs reichen von harmonieselig, über himmelhochjauchzend bis nostalgisch und unerwartet rau. Kiss Each Other Clean eröffnet 2011 mit einem hochambitionierten Folkrock-Album, das nicht leicht zu übertreffen sein wird. Bei frents gibt es das Meisterwerk auf Vinyl, wie es sich gehört!

Gute Musik aus Hamburg: “Fotos” mit ihrem neuen Album “Porzellan”

Am 10. September ist bei Snowhite das dritte Album von den Fotos erschienen. Die Hamburger Musiker haben sich getraut aus ihrem Major-Deal auzusteigen und mit Olaf O.P.A.L. eine Platte gezeugt, die ausnahmslos gut ist. Ihre Inspirationsquellen (the Jesus And The Mary Chain, Suzanne Vega, The Knack, Joy Division, Radiohead) sind kaum zu überhören; das ganze klingt tiefer und weniger deutsch. Damit haben sie den meisten anderen deutschen Bands definitiv etwas voraus, die sich immer noch in der Ecke der Peinlichkeit drängen.
Das Gesamtpaket, von der Tracklist, über Titel wie “Feuer” oder “Raben”, zum Cover, bis hin zum Namen des Labels; Snowhite, ist puristisch. Der MP3 Download kann hier den reellen Tonträger und seine wunderschöne Verpackung nicht ersetzen. Entdecken kannst du die Musik der Fotos jetzt; das limitierte Digipack gibt es auf frents.com!